Geschichte

 

1978
Der Verein zum „Schutz misshandelter Frauen“ wird mit dem Ziel, ein autonomes Frauenhaus in Osnabrück zu eröffnen, gegründet.

1979
Erste private Unterbringung von misshandelten Frauen.
Kampf um ein autonomes Frauenhaus.

1980
Die Frauenberatungsstelle wird eröffnet.
Eine 80qm-Wohnung in einem Abbruchhaus wird besetzt und für mißhandelte Frauen und ihre Kinder, größtenteils mit Sperrmüll, eingerichtet. Die Stadt Osnabrück zahlt die Telefonkosten des Notruftelefons. Bis zu 17 Personen können in der Wohnung untergebracht werden. Die Arbeit wird ehrenamtlich geleistet.

1981
Die Situation in der Wohnung ist miserabel und unerträglich. Der Kampf für ein eigenes Frauenhaus geht weiter.
Im September wird ein Haus von der Stadt zur Verfügung gestellt. Die Renovierung wird größtenteils in Eigenarbeit  geleistet. Von der Stadt Osnabrück werden 80.000 DM für die Erstausstattung des Frauenhauses zur Verfügung gestellt. Der Trägerverein Frauenhaus Osnabrück e.V. wird gegründet.
Am 2.12.1981 kommt es nach 3-jährigen, zähen Verhandlungen, auch um die Trägerschaft des Hauses,  zum Vertragsabschluß zwischen dem Trägerverein Frauenhaus Osnabrück e.V. und der Stadt Osnabrück.
Vereinbart werden 4 Vollzeitstellen zu Beginn, mittelfristig 7 Stellen und langfristig 9 Stellen (Es blieb bei 4 Stellen).        
     
1982
Im März 1982 wird das Frauenhaus bezogen. Das Haus verfügt über 30 Plätze für Frauen und Kinder.
Vier 3-Zimmerwohnungen für Frauen und ihre Kinder, eine davon wird zum Kinderbereich.
Die Arbeit wird von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle und 4 fest angestellten Frauenhausmitarbeiterinnnen geleistet.
In den ersten 3 Monaten beherbergt das Frauenhaus über 100 Frauen und Kinder.
Das Flugblatt Frauenhaus wird entworfen.

1983
Im Haus ist es eng. Räume in einer Schule werden für die Arbeit mit den Kindern zur Verfügung gestellt. 
4 Vollzeitstellen und 3 ABM. 
 
1984
3 feste Stellen werden für den Kinderbereich gefordert, damit eine kontinuierliche Betreuung und Begleitung gewährlestet werden kann.
Im November werden 4 ABM-Stellen für den Kinderbereich und die Nachbetreuung von der Stadt finanziert.

1985
Durch Mittel vom Land Niedersachsen wird eine weitere Vollzeitstelle finanziert. Stadt zahlt Anerkennungsjahr-praktikantin.

1987
Im Kinderbereich arbeiten: Eine ABM-Kraft, eine festangestellte Vollzeitmitarbeiterin sowie eine Berufspraktikantin und eine ehrenamtliche Mitarbeiterin.

1988
Betteldemo am Nikolaiort: „Dem Frauenhaus wird die Luft abgedrückt“. Zur Finanzierung des Frauenhauses fehlen 7130 DM.
Podiumsdiskussion in der Lagerhalle.

1989
Eine ehemalige, 34jährige Bewohnerin, Mutter von 5 Kindern, wird nach ihrem Auszug in ihrer neuen Wohnung von ihrem getrennt lebenden Ehemann erschossen.

1990
Suche nach neuen Kinderräumen.
Neuer Vertrag mit der Stadt.

1991
10-jähriges Bestehen wird in der Lagerhalle gefeiert.
Im November werden die neuen Kinderräume, das sog. Kinderhaus bezogen. Damit sind endlich optimale Voraussetzungen geschaffen.
Bundesweite Streik-Aktionswoche der Frauenhäuser.
Veranstaltungen gegen den Golfkrieg. Das Frauenhaus wendet sich gegen den Golfkrieg und macht  auf die Auswirkungen des Krieges insbesondere für Kinder und Frauen aufmerksam.

1992
Massenvergewaltigungen in Bosnien-Herzegowina. Mitinitiatorin der Frauendemo-Gegen Gewalt gegen Mädchen und Frauen überall.
Frauenflüchtlingshaus für bosnische Frauen und alleinreisende, asylsuchende Frauen wird gefordert.

1993
Das Land Niedersachen finanziert das Frauenflüchtlingshaus.
Neuer Vertrag: Anteilsfinanzierung durch die Stadt. 10% der Gelder müssen in Eigenleistung (Spenden, Bußgelder, Mieteinnahmen) eingenommen werden.
Landesrichtlinien zur Förderung von Frauenhäusern wird geändert.

1994
Reduzierung der Stellen auf insgesamt 6,25 Stellen.
8. März Frauenstreiktag.

1995
Ende des Jahres werden 4 Vollzeitstellen von der Stadt und 1,5 Vollzeitstellen vom Land Niedersachsen finanziert.
Durch Aufteilung der Gelder sind 8 Mitarbeiterinnen (4 im Kinderbereich und 4 im Frauenbereich) mit jeweils 30 Stunden im Frauenhaus angestellt.

1996
Frauenhausbewohnerin wird vor dem Frauenhaus von ihrem Ehemann mit einem Messer bedroht und entführt.
Etat der Stadt für Personal- und Sachkosten wird eingefroren, keine Tariferhöhungen.

1997
Umstellung der Landesmittel auf Fehlbedarfsfinanzierung. Der Vorschlag die Mieten für verdienende Frauen zu erhöhen, wird vom Frauenhaus abgelehnt.
Etat der Stadt bleibt eingefroren. Erneut keine Tariferhöhungen.
Frauenhaus kritisiert das Projekt „Vernetzte Intervention bei innerfamiliärer Gewalt“.

1998
Neue Vertagsverhandlungen mit der Stadt. 1,5% Tarifanpassung.

1999
Vertragsverhandlungen mit der Stadt:
- Belegungsquote
- Betriebskosten sollen vom Frauenhaus übernommen werden
- maximale Tarifanpassung 1%
- nach 3 Jahren neue Verhandlungen über städtischen Zuschuß

2000
Neuer Vertrag tritt in Kraft.

2001
Ausstellung im emma-theater: „Ich wünsche mir, daß mein Vater der liebste Mann auf der Welt ist.“ Mädchen und Jungen aus dem Frauenhaus malen Bilder über ihre Situation. Das Jugendtheater spielt dazu ein selbstkonzipiertes Stück.
20-jähriges Jubiläum: Empfang im Friedensaal. Oberbürgermeister Fip hält eine Ansprache. Frauenministerin Trauernicht und Mitarbeiterinnen des Frauenhauses diskutieren im Ratssitzungssaal über das Gewaltschutzgesetz. Veranstaltung in der Lagerhalle. Die Lästerlotten spielen: LIE-HIE-BE.

2002
Gewaltschutzgesetz tritt in Kraft. Frauenhaus Osnabrück spricht sich gegen das Gesetz aus.

2005
Der Vertrag mit der Stadt Osnabrück wird gekündigt. Neue Vertragsverhandlungen mit der Stadt. Bedingung ist ein ausführlicher Leistungskatalog. Politik fordert Kürzung von über 22000 Euro. Nach zähen Verhandlungen läßt sich eine Kürzung von 10000 Euro nicht verhindern.

2006 Aufgrund der Kürzungen muss die nachgehende Beratung stark eingeschränkt werden. 2 Kolleginnen müssen auf 25 Stunden reduzieren, dh. es gibt keine gleiche Arbeitszeit mehr.

2007 Infoveranstaltung zur weiblichen Genitalverstümmelung zusammen mit dem Frauenbündnis und Terre des femmes.

                


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